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In 66 Tagen zu 55 Schweizer Bergseen

In 80 Tagen um die Welt oder in 66 Tagen durch die Schweiz dachte sich Stefan, als er in der Sauna unsere neue Reise austüftelte. Da wir 55 Bergtäler mit deren Bergseen erwandern wollten, war meine Idee, in jedem Bergsee kurz zu schwimmen. Wir wurden auf dieser Tour auf allerlei harte Proben gestellt und waren froh, nicht in Aserbeidschan zu sein, sondern in vertrauter Umgebung.

Das Wetter ist uns gut gesinnt und unsere erste wilde Übernachtung nur gut 15km von daheim entfernt ein Traum. Der Glattalpsee ist eisig kalt doch wir wollen es so. Täglich weckt uns Kuhgebimmel, unsere Shoppinggelüste stillen wir in den Alpkäsereien, die so zahlreich auf unserer Tour verstreut sind, dass wir praktisch nur von Käse leben. Wir überleben gut und gerne! Am Klausenpass kommen Erinnerungen an Argentinien und den phantastischen Perito Moreno Gletscher auf, das Erlebnis des in den Griesssee kalbenden Gletschers und Stefans mutige Besteigung eines Eisblocks lässt uns das Blut in den Adern fast gefrieren. Da ist der Golzernsee am nächsten Tag eine angenehme Wellnessoase. So sauber wie wir sind, hätten wir es eigentlich nicht nötig, unsere Randulina weiter über alle Pässe in die Obwaldner Berge zu jagen. Wahrhafte Sennen treiben das glockengeschmückte Rindvieh auf die tiefergelegenen Weiden, und wir fragen uns, ob das Vieh vom Geläute kein Ohrenweh kriegt. Wasser begleitet uns ins Berner Oberland. Keine Schwimmfreude kam in der Aare- und der Rosenlauischlucht auf. Wäre auch etwas sehr gewagt, doch unsere Wäsche wäre in diesen Wassermassen sicherlich gut gewaschen worden. Also füllen wir an einem Bach unser Waschfass, geben die verschwitzen T-Shirts hinein und zurren das Ganze auf dem Dach fest. Während wir unsere Tour fortsetzen, rüttelt sich auf dem Dachgeschoss unsere Wäsche sauber. Phantastisch, nach der Wanderung zum Nabel der Welt spannen wir eine Leine und hängen unsere duftende Wäsche zum Trocknen auf. Anderntags schwimmen wir im Eisee unterhalb des Brienzer Rothorns mit den Ködern der vielen anwesenden Fischern um die Wette. Langsam ändert sich das Wetter. Wir haben mit Nicole und Pit abgemacht, mit denen uns seit Südamerika eine tolle Freundschaft verbindet, doch auf dem Gurnigel stehen wir gemeinsam im Nebel rum und dann öffnet der Himmel seine Schleusen. Den ganzen Nachmittag verbringen wir in einer Alpenbeiz bei Meringues und Schlagrahm bevor wir uns entschliessen, am Schwarzsee auf einem Campingplatz zu übernachten. Fabienne und Ivan besuchen uns vier und die Overlanderreunion ist perfekt. Nach der grossen Verabschiedung, sind wir froh, in der postkartenkitschigen Schweiz und nicht in Aserbeidschan zu sein. Unter dem Auto finden wir eine Öl-Wasserlache und ein Anruf in die 4x4 manufaktur genügt um zu wissen, dass unsere Reise auf dem CoopParkplatz von Plaffeien ein frühzeitiges Ende findet. Randulina wird nach Dürnten geschleppt und wir sind dank perfektem ÖV in kürzester Zeit daheim wo das Warten beginnt. Diagnose: Kolbenriss. Das heisst, es muss ein neuer Motorblock eingebaut werden. Wir halten die Warterei nicht aus. Nachdem wir mit Randulinas kleinem Bruder, notdürftig eingerichtet, vom OverlanderTreffen in Ederswiler heimkehren, an dieser Stelle herzlichen Dank an Fritzi und Christoph für das feine Znacht, tuckern wir ins Engadin und wandern alles ab, was es zu wandern gibt, schwimmen in den Seen auf der Macuner Seenplatte, im Lai Raduond bei Bos-cha, im Lai Glims unterhalb des Piz Linard und im Lai Blau oberhalb der Tuoi Hütte. Einige Wochen später erhalten wir eine frisch geliftete Randulina zurück, deren neues Innenleben ab sofort getestet werden muss. Auf dem Flüela ist mittlerweile der Winter eingekehrt und so zieht es uns via das Puschlav nach Italien. Über kleinste Pässe, die den Giro d’Italia Fahrern alles abverlangen, fahren wir neuen Badeseen entgegen, finden zauberhafte Übernachtungsplätze, idyllische Landschaften und Alpsträsschen an denen sich unsere Randulina an Südamerika zurückerinnert und sich austoben darf. Die italienischen Rinder sind bereits wieder im Tal, es ist traumhaft einsam, der Himmel klar und die Sternenpracht grandios, wir sitzen am Lagerfeuer bevor es via Bergamaskeralpen und die Dolomiten heimwärts geht.

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